Schneckenbande


im Schneckentempo mit Dachzelt durch die Welt
 

Sardinien mit Dachzelt 21.April 2018 - 13. Mai 2018

Hoffentlich bald findet ihr hier unsere vollständige Bildergalerie zu unserer vierten Reise nach Sardinien.

Videos Teil 1 und Teil 2 vom Urlaub und Video "Vor Sardinien" + Bildergalerie





Reisebericht

Wer uns kennt, unsere Reiseberichte gelesen hat oder auch vielleicht ein paar YouTube Videos gesehen hat, weiß dass unser Herz für Sardinien schlägt. Also ging es diesmal wieder nach Sardinien. Wir waren dennoch gespannt, da wir noch nie im Frühling auf die Insel gefahren sind. Die Reiseberichte versuche ich kürzer zu halten, bei Fragen meldet euch einfach! J Wir hängen nur sowieso mit unseren Videos, Bilder und unserer restlichen Arbeit in Deutschland hinterher.

Freitag, 20.04.2018 Abfahrt

An einem herrlichen sonnigen Freitagabend ging es abends noch mit meinen Eltern in unsere Stammtrattoria Al Gallo Nero in Cham zum Essen. Im Anschluss düsten wir in einer Sternschnuppennacht wieder einmal nach Holzkirchen, um an München vorbei zu sein und schliefen dort beim Hagebaumarkt.

Samstag, 21.04.2018 Von Holzkirchen nach Livorno, Überfahrt mit Moby Lines

Wir buchten zu Hause die Fähre. Für Hin- und Rückfahrt, 2 Erwachsene, 1 Auto Kat. 3, Innenkabine, Abendessen und sonstige Abgaben bezahlten wir 326,01 €. Um kurz vor 09:00 Uhr starteten wir nach Livorno. Nachdem wir endlich angekommen sind, kauften wir noch im Supermarkt ein. Später mussten wir vielleicht 10 Minuten warten bis wir unser Auto in der Fährte parken durften. So konnten wir noch in Ruhe duschen und essen.

Sonntag, 22.04.2018 Ankunft in Olbia, Vignola Mare und Rena Majore

Während die Fähre in Olbia anlegte, genossen wir den romantischen Sonnenaufgang und die singenden Vögel. Auf dem Weg in Richtung Norden stiegen wir erst einmal aus und befanden uns mitten in einem duftenden Blumenmeer. Spontan landeten wir in Vignola Mare und begrüßten das Meer. Ach es ist so schön das Meer zu riechen, seine Schuhe in die Ecke zu werfen und das klare Wasser anzusehen. Am Strand war ein Schild mit „Hydrotherapie“. Wir verbrachten den Tag am ruhigen Strand neben dem Rio Vignola. Zwischendurch aßen wir eine Pizzette im Ristorante Mare Chiaro mit einem netten Chef und probierten Rotwein aus den Rebsorten Cannonau und Carignano. Abends lernten wir am Spiaggia di Vignola einen deutschen Rentner kennen, welcher sich ein Haus in Sardinien gekauft hat. Wir unterhielten uns lange über das Auswandern nach Sardinien. Einen Sonnenbrand hatten wir auch schon. Danach parkten wir beim Strand Rena Majore und latschten ins Ristorante S’Historia in Rena Majore. Nachdem wir dort eine nicht so tolle Pizza aßen und den Rentner wieder getroffen haben kehrten wir zum Stellplatz zurück. 

Montag, 23.04.2018 Rena Majore und Küste bei Portobello

In der Früh tranken wir Tee und Kaffee am Strand Rena Majore. Zudem kauften wir uns einen zusätzlichen Hut von einem fliegenden Händler, da uns die Sonne zu schaffen machte. Überall an der Küste stößt man auf die Mittagsblume. Nachdem wir im Supermarkt eingekauft und uns super mit dem Besitzer unterhalten haben ging es auf den Parkplatz Parcheggio a Pagamento nähe Portobello. Wir latschten 200 Meter zum Strand vor. Es war ein herrlicher, einsamer Ort. Allerdings bewegten wir uns aufgrund der starken Sonne nicht viel. Als dann Urlauber die Ruhe störten, flogen wir noch unsere Drohne und sahen zufälligerweise eine Menge an Seeigeln in einer Plastikkiste. Später fuhren dann ins Ristorante Mare Chiaro in Vignola Mare. Bei dem netten Besitzer waren wir schon einmal. In der Nacht standen wir wieder beim Rena Majore.

Dienstag, 24.04.2018 Costa Paradiso und Isola Rossa

Zuerst ging es wieder in den Supermarkt, wo wir gestern waren. Ein selbstgemachter Mirto und Grappa landete auch in der Einkaufstasche. Nach einem kurzen Besuch der Cala Sarraina entschieden wir uns an die Costa Paradiso zu fahren. Wir haben uns die Cala Tinnari vorgenommen, nur wussten wir noch nicht wie wir dort hinkommen. Beim Parking Spiaggia di Li Cossi stellten wir unser Auto ab und machten uns auf dem Weg zum Li Cossi Strand. Welchen wir nach ca. 15 Minuten erreichten. Wie auch im Jahr 2015 begeisterten uns wieder die leuchtend roten Felsen. Das Wasser ist glasklar und schimmert smaragdgrün. Da es nicht der Plan war, hier zu bleiben wanderten wir weiter. Doch wir kamen bald an unsere Grenzen. Leider waren wir wieder einmal so dumm und starteten unseren Fußmarsch mit Badelatschen, Kameras und sonstiges Gepäck. Es war so lustig, dass Bernhard am Rucksack auch noch unsere Drohne festmachte und mitschleppte. Derweil benötigt man zum Fliegen die Fernbedienung, welche er im Auto liegen ließ. So kehrten wir irgendwann um und chillten am Spiaggia di Li Cossi. Sogar die Badehose hat meine Schnecke vergessen. Also gönnte er sich ein Bierchen. Beim Öffnen war ein lauter Knall entstanden, welcher nur so gehallt hat und die gesamten Leute in der Bucht in Angst und Schrecken versetzte. Das Plantschen hier machte echt Spaß. Abends fuhren wir den Ort Isola Rossa an. Im schrägen, bunten Coccodrillus Restaurant lief afrikanische Musik. Das Essen schmeckte, trotz dem eingefangenen Sonnenstich. Beim Gehen fiel mir auf, dass wir das halbvolle Wasser vergessen haben. Bernhard rannte zurück ins Restaurant. Da die Flasche nicht mehr auf dem Tisch war, gaben die Besitzer ihm einfach so eine volle Flasche mit. Beim Strand La Marinedda krabbelten wir in unser Dachzelt.

Mittwoch, 25.04.2018 Von La Marinedda über Castelsardo nach Stintino

Morgens nach dem Aufstehen wurden wir von begeisterten Italienern mit unserem Dachzelt fotografiert. Das türkisblaue Meer am Spiaggia La Marinedda verblüfft uns sehr. Aber wir wollten weiter ziehen. Zuerst holperten wir über einen Schotterweg zu einem Parkplatz. Von dort aus konnten wir mit unserer Drohne über die Cala Tinnari fliegen. Wenn wir schon dort waren, haben wir uns zumindest ein Bild von oben gemacht. In Badesi tankten wir, hielten kurz beim Elefantenfelsen und freuten uns auf das malerische Castelsardo. Mit traumhaften Ausblick auf die Festung und auf die farbenfrohen Häuser, welche sich an den steilen Felsen schmiegen genossen wir die leckere Pasta im Meli Hotel. Wir machten einen kleinen Abstecher ins Centro Storico, füllten unsere Wassersäcke und begaben uns abends nach Porto Torres, um herauszufinden wie wir auf die Isola Asinara kommen. Bei Delcomar erhielten wir die Info, dass sie übermorgen fahren würden. Das wollten wir nicht und ergriffen die Flucht aus den Menschenmengen. Am Hafen in Stintino gab man uns eine Visitenkarte. Wir riefen die angegebene Nummer an und erhielten die Auskunft, dass wir morgen auf die Insel fahren könnten. Das Abendessen gab es im Restaurant Valentina. War nicht hervorragend, aber gut. Im Anschluss schliefen wir beim Capo Falcone.

Donnerstag, 26.04.2018 Isola Asinara

Da wir gestern bei dem Tourenveranstalter auf der Visitenkarte kein gutes Gefühl gehabt haben, riefen wir um 07:00 Uhr Shardana an und konnten uns noch spontan für heute anmelden. Wir freuten uns schon auf die ehemalige Gefängnisinsel Asinara. Sie steht unter strengsten Naturschutz. Es gibt Zonen, wo wirklich nichts berührt werden darf. Für den Großteil der Insel aber gilt: Erlaubt ist, was nicht zerstört. Per SMS wurde uns nochmal alles bestätigt und die Koordinaten für den Treffpunkt zugesandt. In einem Fruchtladen haben wir uns zumindest noch schnell eine Brotzeit gefunden und nachher trafen wir am Hafen auf Fabio, welcher die Tour führt. Leider waren wir nicht ganz alleine mit ihm, aber die Teilnehmeranzahl war trotzdem ok. Am Porto di Fornelli auf Asinara wartete dann schon der Defender auf uns. Früher wurden in Fornelli Schwerverbrecher, Kriegsgefangene aber auch italienische Mafiosi bewacht. Zuvor hatte man nochmal die Möglichkeit einen Kaffee zu trinken oder aufs Klo zu gehen. Raucher sollten sich hier noch eine Zigarette anzünden, weil das später auf fast der ganzen Insel verboten ist. Ziegen, Pferde und Wildschweine leben hier wild. Aber auch Esel. Den weißen Eseln, das Wahrzeichen der Insel fehlt der Farbstoff, welcher das Fell grau macht. Es gibt sie nur auf Asinara. Keiner weiß woher sie kommen. Es gibt eine Geschichte in der es heißt, dass sich nach einem Schiffbruch ein paar weiße Esel auf die Insel retten konnten. Erfreulicherweise erspähten wir gleich zu Beginn die süßen Tierchen. Es ging an der wunderschönen Cala Sant‘ Andrea vorbei. Danach überquerten wir die Landenge. Rechts liegt die Cala di Sgombro di Dentro und links die Cala Sgombro di Fuori. In La Reale gibt es einen kleinen Kosmetikladen. Uns wurde erzählt, dass dieser Naturkosmetik verkauft und die Inhaltsstoffe von der Insel stammen.  Außerdem wurden hier damals ansteckende Kranke behandelt. In der Schildkröten-Station versammelten sich Schülerklassen, weshalb Fabio entschied weiterzufahren. Porto del Bianco, Cala Murichessa und ein paar historische Sehenswürdigkeiten ließen wir hinter uns und erreichten die Cala Sabina. Hier durften wir uns von der Gruppe trennen und selbst auf Erkundungstour gehen. Daher latschten wir noch an der Cala dei Ponzesi vorbei und nutzen die Zeit für ein paar Bilder. Die im April und Mai blühende Wolfsmilch und traumhafte Buchten mit weißen Stränden und türkisfarbenem Meer prägen das Landschaftsbild. Leider bin ich gestürzt und habe es geschafft das Tablet und meine Kamera zu beschädigen. Aber Hauptsache das Bier war noch ganz. Fabio hat uns die Geschichte, Flora und Fauna wunderbar näher gebracht. Später fuhren wir noch ein bisschen Offroad und dann ging es eh schon wieder zurück nach Stintino. In der Nähe vom Spiaggia delle Saline duschten wir endlich mal wieder. Nachdem wir im Ristorante Il Portico mit Blick auf den süßen kleinen Hafen gegessen haben, kehrten wir wieder an den Strand zurück. Dort fanden wir einen geeigneten Parkplatz zum Schlafen. 

Freitag, 27.04.2018 Spiaggia Porto Ferro und Bosa

Während wir morgens aus dem Zelt krochen, erschreckte uns eine redegesellige Frau, welche ein paar Monate mit Ihrem Wohnmobil unterwegs ist. Dann erwartete uns ein kleines Offroad-Erlebnis. Durch Sand ging es an den Spiaggia di Porto Ferro. Die letzten Meter stapften wir über eine hohe Düne und blickten auf die halbmondförmige, ockerfarbene Bucht. Seegras wurde angespült. Der Blick auf das Capo Caccia war heute nicht besonders gut. Wir kraxelten ein wenig auf den roten Felsen rum. Auch lila und braune Steine fielen uns auf. Auf dem Weg nach Alghero hielten wir bei einem hübschen Mohnblumenfeld. In der Stadt war einiges los und auf Anhieb fanden wir uns nichts, wo wir übernachten könnten. So haben wir beschlossen auf der kurvenreichen Panoramastraße, entlang der Steilküste und auch durch sanfte Hügel nach Bosa weiterzufahren. Das war an diesem Tag auch die Richtige Entscheidung. Wir hatten einen tollen kostenlosen Parkplatz und es störte niemanden, dass wir dort unser Dachzelt aufbauten. Von dort aus sind es ein paar Schritte zum Zentrum. Im Ristorante Sa Nassa gab es ein traumhaftes Menü und wir saßen draußen neben dem Fluss Temo, welcher dem süßen Ort eine besondere Atmosphäre verleiht. Auf der einen Seite stehen die alten Gerbereihäuser, die 1989 zum Nationaldenkmal erklärt wurden. Die Ledergerberei war bis ins 19. Jahrhundert wirtschaftlich sehr wichtig. Gegenüberliegend thront hoch über der Stadt die Festung der Malaspina. Unterhalb befinden sich verwinkelte Gassen mit bunt verputzten Häusern.

Samstag, 28.04.2018 Bosa und Tazenda Konzert in Montresta

Heute ging es nochmal in die Altstadt, da wir gestern ja erst spät abends ankamen. Dann ging es vor ans Meer nach Bosa Marina. In einem Café lasen wir zufällig, dass die sardische Band Tazenda heute in einem Dorf in der Nähe spielt. Also fragten wir mal die Bedienung ein wenig über die Veranstaltung aus. Es werden um die 1000 Besucher erwartet und es ist auch noch kostenlos. Das hörte sich natürlich super an! Nachmittags gingen wir nochmal in die Altstadt. Es fand ein Malvasia Fest statt. Also probierte ich auch einen Malvasia Wein, aber ist nicht so meins. Wir bevorzugen weiterhin Cannonau. Es fing an zu nieseln und wir machten uns dann auf den Weg ins kleine Bergdorf Montresta und wurden dort gleich von einer deutschsprechenden Sardin empfangen. Wir holten uns noch was zum Essen im Supermarkt und warteten auf einem kleinen Platz zwischen Wohnhäusern auf die Band. Es dauerte ewig bis die Crew überhaupt einmal angefangen hat die Bühne aufzubauen. Letztendlich begann das Konzert auch erst eine Stunde später und die Leute trudelten auch erst kurz vor Beginn ein. Das nächste Mal wissen wir es. Wir sind halt nicht in Deutschland. Ein netter Sarde bot uns sogar einen Stuhl aus seinem Haus an, welchen wir aber nicht brauchten. Ich tanzte lieber mit. Die Stimmung, die Lieder, der Ort und die Leute machten die Zeit dort einfach unvergesslich. Wir bekamen echt Gänsehaut, fühlten uns wohl unter den Einheimischen und wollten eigentlich nie mehr nach Hause. Es machte den Anschein, als wären wir die einzigen Nicht-Sarden dort. Nachdem der tolle Auftritt zu Ende war, kehrten wir wieder auf unseren Parkplatz in Bosa zurück. 

Sonntag, 29.04.2018 Bosa, Wasserfall Capo Nieddu – Cuglieri und Cabras 

Ein wenig müde von gestern waren wir schon. Wir ließen den Tag langsam angehen und aßen mittags wieder beim Ristorante Sa Nassa. Danach nahmen wir uns vor den spektakulären Wasserfall Capo Nieddu in Cuglieri anzusehen, welcher steil hinab ins Meer fällt. Als wir in der Nähe von ihm waren, versuchten wir von mehreren Seiten näher an ihn heranzukommen. Hier hat sich unser Duster wieder ausgezahlt. Ein Stück zu Fuß mussten wir dennoch zurücklegen. Beim Cascata Capo Nieddu hatten wir heute wenig Glück. Er tröpfelte nur ein wenig so dahin. Aber schön ist der Ausblick auf die Steilküste ja trotzdem. Die Farben der Landschaft sind komplett anders, als auf der anderen Seite der Insel. Ein Junger Sarde aus Cabras unterhielt uns noch ein bisschen. Abends machten wir uns auf den Weg nach Cabras. Zwischendurch hielten wir noch beim Spiaggia di Santa Caterina di Pittinuri. Der Strand wird von Kalkfelsen umrahmt. Die Vorfreude auf das hervorragende Ittioturismo Sa Pischera ‘e Mar‘e Pontis war groß. Bevor wir hier lecker Fischessen gingen, haben wir noch Flamingos über uns fliegen gesehen. Zum ersten Mal waren wir hier 2017 und der Kellner erkannte uns sogar noch. Wie auch letztes Jahr fuhren wir danach auf unseren Stellplatz beim Strand Mari Ermi. Diesmal wurden wir aber nur von einem Hund namens Otto begrüßt. Mamo war nicht in Sicht.

Montag, 30.04.2018 Oristano

Nachdem wir aufgestanden sind, ging es kurz zum Strand vor. Letztes Jahr plätscherten die Wellen leise an den Strand Mari Ermi. Das Wasser war klar und glitzerte in der Sonne. Heute schauten wir dem stärkeren Seegang zu. Da das Wetter nicht so toll war, planten wir einen Stadtbummel in Oristano. Den Ort finden wir nicht so besonders. Abends aßen wir Pizza in der Pizzeria Civico 35. Während wir wieder an unseren Stellplatz zurückfuhren, hörte ich ein bellen. Ich lies das Fenster runter und vor lauter Vorfreude, dass es der Hund Mamo sein könnte, flog das iPad raus. Es funktionierte zumindest noch. Und tatsächlich war es Mamo.

Dienstag, 01.05.2018 Von Cabras ins Binnenland - Mamoiada

Es regnete und regnete. Unser Dachzelt mussten wir nass und während dem schlechten Wetter zusammenbauen. An der Küste wäre uns nun langweilig geworden, also flüchteten wir ins Landesinnere. Wir fuhren durch Orani nach Sarule. Im Cafe Nuovo tranken wir einen Espresso und putzten unsere Zähne. Danach ging es nach Mamoiada. Auch diesen Ort kennen wir schon. In der Bar Del Corso aßen wir ein Tramezzino und schrieben Postkarten. Später wechselten wir zu einer anderen Bar. Hier spielten alte Männer Karten. Bernhard fragte den Barmann, welches Kartenspiel das denn ist. Und schon kamen wir mit allen anderen ins Gespräch. Auch ein deutschsprechender Sarde war dabei, welcher sogar ein Jobangebot für uns hatte. Viele Einheimische luden uns auf Bier und Wein ein. Dementsprechend angeheitert kamen wir abends bei unserem Freund Gianni in der Pizzeria an. Er begrüßte uns herzlich mit Bussi links und Bussi rechts. Er erzählte uns wie schlecht es mit der Arbeit in Süditalien aussieht und dass er überlegt nach Norditalien zu ziehen. Echt schade. Nach dem Essen tranken wir einen Grappa zusammen und bevor wir uns schlafen legten, hat er uns noch ein Wasser in die Hand gedrückt.

Mittwoch, 02.05.2018 Oliena - Quelle Su Gologone, Valle di Lanaittu und Cala Gonone

In der blue’s bar di Raffaele Mele warteten wir morgens vergebens auf den deutschsprechenden Sarden, mit dem wir uns eigentlich verabredetet haben. Naja, halb so wild, da wir ehrlich gesagt eh ziemlich kaputt von gestern waren. Im Supermarkt begegnete uns eine alte, lustige Frau, die uns von ihrer schönen Zeit in Deutschland erzählte, wo sie mal gearbeitet hat. Anschließend ging es nach Oliena um die sehenswerte Karstquelle Su Gologone zu besichtigen. Sie ist mit einer durchschnittlichen Wassermenge von 300 Liter pro Sekunde die größte Quelle Sardiniens und liegt am Hang des Supramonte. Das glasklare Wasser entspringt aus einem Spalt im Kalkfelsen am Grund des beeindruckenden Quelltopfes. Heute tosen die gewaltigen Wassermassen nur so in den Fluss Cedrino. Kein Wunder nach so viel Regen. Wir fuhren eine circa 7 km lange Schotterpiste mit vielen Wasserpfützen ins Valle di Lanaittu. Immer wieder bot sich eine schöne Aussicht, aber es war einfach so diesig. Viel Zeit hatten wir nicht, da laut Tourguide der Rückweg demnächst vom Wasser überschwemmt werden sollte. Aber die Corbeddu – Sondaar Grotte ließen wir uns noch zeigen. Die geradezu horizontal verlaufende circa 130 Meter lange Höhle teilt sich in 3 Hallen ein und endet in einem kleinen Raum. Die Grabungen in der Grotte begannen 1967 nach Entdeckung der Knochen des sardischen Pfeifhasen. Im Anschluss an die Besichtigung machten wir uns auf den Weg nach Dorgali. Zwischendrin mussten wir einmal umkehren, da eine Brücke gesperrt war. In dem Ort sind wir aber dann gar nicht ausgestiegen und nach Cala Gonone weitergefahren. Hier setzten wir uns in ein Café und bummelten ein wenig in der Stadt. Abends aßen wir sowas von lecker im Ristorante Pizzeria La Poltrona. Es gab eine Pizza mit 3 verschiedenen Mehlsorten und hausgemachte Pasta. Ausnahmsweise fragten wir mal bei den Campingplätzen nach dem Preis, da wir hier in der Gegend schwer einen Nachtplatz fanden. Uns war das zu teuer. Es war bald Mitternacht und wir wollten einfach nur noch schlafen und früh wieder raus. Also tuckerten wir die Serpentine hinauf und blieben auf einen Platz in der Kurve stehen, wo sich noch ein Camper aufhielt.

Donnerstag, 03.05.2018 Von Cala Gonone ins Wasserdorf Sadali

Wir haben es ja fast schon geahnt. Uns weckte ein sehr zorniger Polizist. Er werkelte an unserem Zelt und schimpfte. Irgendwann kroch Bernhard die Leiter runter. Er wollte 50,00 €. Wir weigerten uns lange diese zu bezahlen und diskutierten. Erzählten ihm, dass uns gestern ein Campingplatz gar nicht mehr reingelassen hätte, was auch wirklich stimmte. Aber das war ihm alles egal und nörgelte weiter. Immer wieder schrie er Bernhard an, dass er italienisch reden sollte. Wir sind zwar am Lernen, aber so gut beherrschen wir die Sprache leider auch noch nicht. Da wir zumindest einen ordentlichen Strafzettel haben wollten, war er noch mehr verärgert. Ansonsten wäre das Geld wahrscheinlich in seine eigene Tasche gewandert. Wir konnten bald wieder lachen. So gesehen hatten wir bisher eh immer Glück. Lustigerweise hörten wir plötzlich Menschen, die uns als Schneckenbande vom Internet kannten. Ein Regensburger Pärchen blieb extra stehen um uns Hallo zu sagen. Entschuldigt, dass wir noch ein wenig neben der Spur aufgrund des Vorfalls in der Früh waren! Wegen der anhaltenden schlechten Wetterlage saßen wir uns in eine Bar im Ort Baunei und planten unsere Route. Das Wasserdorf Sadali in der Barbagia Seulo reizte uns schon immer sehr. Die kurvenreiche Fahrt dorthin zog sich eine Weile. Graue Wolken hangen in den Bergen. Wir kamen durch Gairo Vecchio. Es wurde durch einen Erdrutsch zu einem Geisterdorf, welches wir aber aufgrund des Niederschlags heute nicht genauer besichtigten. Nächster Halt war der größte Wasserfall Sardiniens Cascate di Lequarci in Ulassai. Abends erreichten wir endlich das hübsche kleine Dorf mit rund 1000 Einwohnern mitten im Gennargentu Gebirge. Auf Sardinien ist Sadali der Ort mit den meisten Quellen. Er liegt auf einer Hochebene, wo etwa 60 – 80 Prozent der jährlichen Regenmenge im Gestein gespeichert und kontinuierlich abgegeben wird. Wirklich überall hört uns sieht man Wasser plätschern. Es fließt unter den Häusern, durch die Wände und in den Bächen. Der Wasserfall Cascata di San Valentino liegt sogar im Zentrum. Im Moment wirkte alles sehr verlassen. In der Bar Pizzeria Da Corrado fragten wir nach, ob es irgendwo etwas zum Essen gibt. Daraufhin griff der Besitzer zum Telefon und rief tatsächlich seine Frau an, welche dann kam und uns etwas kochte. Die Sarden sind halt wirklich so nett. Nachdem wir unseren Hunger gestillt haben, wurde uns das nochmal richtig bewusst. Drei junge Burschen und ein pensionierter Polizist luden uns immer wieder auf Getränke ein. Zusammen amüsierten wir uns köstlich bis spät in die Nacht. Die Jungs sind anständig und nüchtern geblieben, da sie am nächsten Tag arbeiten mussten. “Pul“ der alte Mann hingegen brachte uns alle herzhaft zu lachen und war auch schon angeheitert. „Ahhuuuuu“, schrie er immer. Wir waren ihm sympathisch. Es ist echt der Wahnsinn, wie viel Spaß wir hatten, obwohl unser Italienisch noch nicht gut ist. Die wundervollen Menschen sagten, dass wir uns einfach auf die Piazza im Ort stellen können. So war dies unser heutiger Nachtplatz. Auch im Dachzelt hatten wir zu zweit noch viel gelacht. Bei dem Wetter war es ja auch kein Wunder, dass uns der Wein und das Bier so schmeckte.

Freitag, 04.05.2018 Von Sadali nach Tuili, Barumini und Gesturi

Während wir uns morgens herrichteten, wurden wir schon von Einwohner begrüßt. Wir fühlten uns echt wohl hier. Bei einer kurzen Regenpause schlenderten wir nochmal durch das Dorf. Mittag aßen wir in einem Imbiss. Nach und nach sahen wir alle von gestern wieder. Der lustige Pul gab uns sogar schon wieder ein Bier aus. Wir konnten uns dann zumindest auch noch mit einem Bierchen revanchieren. Danach hieß es Abschied nehmen. Aber wir kommen sicherlich irgendwann nochmal. Wir fuhren am See Lago del Flumendosa vorbei und kamen bei der am besten erhaltenen Groß-Nuraghe Su Nuraxi in Barumini, Medio Campidano an. Die archäologische Stätte zählt seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der älteste Teil besteht zunächst aus einem Mittelturm, von diesem heute noch fast 15 Meter erhalten sind. Danach wurde die zentrale Nuraghe um einen Mauerring mit vier Ecktürmen erweitert, sodass eine fünftürmige wehrhafte Zitadelle entstand. Später wurde die Festung ein zweites Mal mit einem weiteren Mauerring und darin integrierten Rundtürmen verstärkt. Da es regnete tuckerten wir in nächstgelegene Dorf Tuili. In einer Bar lud uns schon wieder ein Sarde auf ein Getränk ein. Nichts desto trotz gefiel es uns hier aber nicht so sehr. Anschließend suchten wir wieder die Nuraghe auf. Besuche sind ganzjährig möglich und kostet Eintritt. Wir waren allerdings nun zu spät dran, also flogen wir zumindest mit unserer Drohne darüber. Die Bilder sind wirklich beeindruckend. Gut, dass wir solche noch geschafft haben, da wir beim Fliegen von einem Mann ermahnt wurden und die Drohne landen mussten. Abends ging es ins ansehnlichere Dorf Gesturi ins Restaurant La Taverna del Conte. Dort aßen wir eine der besten Pizzen Sardiniens. Geschlafen haben wir auf einem Wohnmobilstellplatz in Tuili und mussten jedenfalls nichts dafür bezahlen.

Samstag, 05.05.2018 Von Tuili auf die Insel Sant’Antioco

Wir starteten auf die zweitgrößte Insel der Region Sardinien. In Sant’Antioco begrüßten uns ein paar ersehnte Sonnenstrahlen. In einem Café wurde uns ein gutes frisches Sandwich zubereitet, obwohl es nicht auf der Karte stand. Bei den langen, kälteren Regentagen vernachlässigten wir unsere Körperhygiene. Wir suchten Wasser zum Duschen. Dies war hier ausnahmsweise nicht so einfach, wie woanders. Letztendlich fragten wir dann beim Hafen nach Wasser und durften kostenlos auffüllen. Nachdem wir am schönen Meer duschten, aßen wir im Ristorante Zefiro gute Pasta mit Fisch. Auf einem Parkplatz bei Maladroxia blieben wir über Nacht. 

Sonntag, 06.05.2018 Strände Sant‘ Antioco und Calasetta

Das Wetter war immer noch nicht so toll. Wir fuhren kurz an den Spiaggia di Coaquaddus. Hier beobachteten wir einen Wal. Im Anschluss aßen wir etwas beim Spiaggia Cala Lunga. Die lange Bucht war heute vom Regen ziemlich ausgeschwemmt. Im Ort Calasetta bummelten wir ein bisschen herum. Immer wieder sieht man ein paar süße weiß blaue Gebäude. Erst wollten wir noch die Insel Carloforte besuchen. Die Fähre wäre auch nicht teuer gewesen, aber wir wollten uns irgendwann mal mehr Zeit dafür nehmen. Auch das wechselhafte Wetter war uns zu riskant. Abends stellten wir uns an die Cala Signora und kochten uns Gnocchi. Ein Österreicher ermutigte uns hier mit Dachzelt über Nacht zu bleiben. Was wir dann auch getan haben. In den Schlaf wiegte uns ein Vogel, welcher sich wie eine Laserpistole anhörte.

Montag, 07.05.2018 Sant‘ Antioco

Das Wetter besserte sich und das Wasser leuchtete türkis zwischen den verwitterten Felsen. Wir blieben hier noch ein Weilchen. Später genossen wir noch am naturbelassenen Strand Portixeddu Accuau mit großen Kieselsteinen die herrlichen Sonnenstrahlen. Als wir abends durch die Stadt Sant‘ Antioco schlenderten und eine Ape fotografieren wollten kam der gut gelaunte Besitzer auf uns zu und wollte, dass Bernhard den Schlüssel nimmt und eine Runde damit dreht. Das fremde Fahrzeug wollten wir aber nicht in der Stadt fahren und so landeten wir hinten drauf und der Sarde fuhr mit uns eine Stadtrunde. Er düste ganz schön. Er und wir hatten sehr viel Spaß. Danach haben wir ihn auf ein Glas Wein im Café eingeladen und gab deswegen seiner Frau daheim Bescheid, dass er später kommt. Danach wanderten wir zur nächsten Bar Rex 13 beim Brunnen. Wir bestellten nur Getränke und bekamen eine wahnsinnig große Snackplatte gratis dazu. Abendessen gab es in der Pizzeria Renzo e Rita. Wir schliefen am Strand Coaquaddus und hörten die Wellen brechen.

Dienstag, 08.05.2018 Sant‘ Antioco – Strand Portixeddu Accuau

Morgens hörten wir schon das Meeresrauschen im Dachzelt. Wir gingen kurz zum Strand Coaquaddus vor und suchten anschließend ein Lokal für einen Kaffee. Komischerweise fanden wir nichts außer ein Hotel. Danach sind wir zum Strand Portixeddu Accuau, wo wir gestern auch schon waren. Eigentlich wollten wir uns einfach mal in die Sonne liegen und nichts tun. Aber es war die ganze Zeit bewölkt und nicht gerade warm, obwohl der Wetterbericht erst anders sagte. Naja, trotzdem waren wir bis abends dort. Geregnet hat es gerade so nicht. Im Ristorante Zefiro gab es gute Fritto Misto. Oktopus Salat und Pasta. Schlafplatz war derselbe wie gestern.

Mittwoch, 09.05.2018 Von Sant‘ Antioco nach Chia

Wir verlassen die Insel Sant‘ Antioco. Da auch das Wetter die nächsten Tage auf Sardinien wieder total schön werden soll, freuten wir uns auf die Strände bei Chia. Als wir ankamen zeigten sich auch schon ein paar warme Sonnenstrahlen. Letztes Jahr waren wir sehr von der Cala Cipolla angetan, weshalb wir sie heute gleich wieder besuchten. Die Sandbucht ist einfach wunderschön. Hier lernten wir eine deutsche Familie kennen. Sie verkauften ihr Haus, nahmen die Kinder aus der Schule und machen nun 2 Jahre Weltreise und schauen mal wo sie bleiben. Abends aßen wir beim Ristorante Crar’e Luna und schliefen auf dem gleichen Parkplatz wie 2017 an der Viale Chia in Domus de Maria. Diesmal war allerdings in der Nähe noch eine Party.

Donnerstag, 10.05.2018 Strände von Chia, kleine Wanderung

Und wieder zog es uns an die Cala Cipolla. Zwischendrin wollten ein wenig wandern. Ein Stück hinter der Bucht ging es hoch zum Leuchtturm am Capo Spartivento. Es boten sich traumhafte Ausblicke. Ein Weg führte zu einer kleinen Bucht mit Mauerresten eines Hauses und einer Anlegestelle. Später chillten wir wieder bei der Cala Cipolla und wechselten dann zum langen breiten Spiaggia Su Giudeu. Goldgelber weicher Sand, kristallklares Wasser, Dünen, ein See und Berge im Hinterland machen den ihn besonders. Dem flachabfallenden Strand vorgelagert sind die Isole su Giudeu. Beim Abendessen in Chia konnte ein Kind nicht mehr die Augen von Bernhard lassen. Geschlafen haben wir nahe des Strandes Su Giudeu. Ein deutscher aus Traunstein lieh uns Unterlegkeile.


Freitag, 11.05.2018 Strände von Chia

Nachdem wir im Supermarkt eingekauft und ein Tramezzino gegessen haben erhaschten wir einen Blick auf die Isola Su Cardolinu. Da hiervon die Perspektive aus der Luft schöner war machten wir nur Drohnenaufnahmen und badeten am Spiaggia Campana Dune, welcher auch mit seinem glasklaren Wasser überzeugt. Allerdings wurde uns die Sonne irgendwann zu viel. Also kauften wir nachmittags für Bratkartoffeln und Thunfischsalat ein und stellten uns wieder auf den Nachtplatz beim Spiaggia Su Giudeu. Hier haben wir noch etwas mit Motorradfahrern getrunken und plantschten anschließend nochmal im Meer. Nachdem Essen zerfraßen uns fast die Mücken. Eine Sardin kam vorbei und unterhielt sich mit uns. Sie studiert Flora und wir bekamen ihre Handynummer, damit wir mal zu ihr kommen können.

Samstag, 12.05.2018 Spiaggia del Morto, Chia – Olbia

Wir gönnten uns ein letztes Tramezzino in Sardinien und fuhren zum Parkplatz beim Strand Campana Dune. Von hier aus watschelten wir zur traumhaften Cala del Morto. Die süße steinige Bucht war nochmal ein absolutes Highlight. Fast alleine genossen wir die letzten sehr sonnigen Stunden und betrachteten das glitzernde türkisblaue Meer. Dann gingen wir den einfachen kurzen Weg zurück. Wir brachten unsere Sachen ins Auto, verabschiedeten uns und düsten nach Olbia. Dort aßen wir noch überraschend gute Pizza im Ristorante Il Vecchio Porto zu einem normalen Preis. Erfreulicherweise ging es auch sehr schnell und wir erreichten pünktlich unsere Fähre Moby. Ohne Probleme waren wir zügig auf dem Schiff.



Sonntag, 13.05.2018 Von Livorno nach Hause

Wir erreichten Livorno. Die Sonne ging auf und bei schönem Wetter fuhren wir die nervigen Kilometer nach Hause.


Fazit:

Wie toll Sardinien ist, wurde in den letzten Reiseberichten ja schon erwähnt. Wir werden immer wieder zurückkommen. Der einzige Unterschied zu unseren bisherigen Reisen war die Reisezeit. Diesmal durften wir die Insel im April/Mai kennenlernen. Die Blumen machten sie bunter, wobei im Herbst die Insel auch nicht kahl ist, so wie viele Leute annehmen. Das Wasser war kälter und die Sonne brannte uns auch mehr auf. Zudem fanden wir, dass es schon viel touristischer war. Grundsätzlich würden wir aber immer wieder zu beiden Zeiten einen Urlaub in Sardinien machen, aber vielleicht ist der Herbst uns ein bisschen lieber. Das Schlafen im Dachzelt klappte super.

  

 
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